Berlin

17.07.2019, 08:07 Uhr
 
Emissionshandel scheint zu greifen
Laut "Handelsblatt" vom 15.7.2019 hat sich in den letzten Wochen erstaunliches am Strommarkt abgespielt:

 Die Kohlekraftwerke wurden überraschend stark zurück gedrängt. Im ersten Halbjahr sank die Stromproduktion in Braunkohlekraftwerken um 19 Prozent und die in Steinkohleanlagen sogar um 30 Prozent. Insgesamt steuerten die Kohlekraftwerke nur noch 27 Prozent zur Stromproduktion bei, die erneuerbaren Energien dagegen 42 Prozent.

Das zeigt zweierlei. Erstens: Der schrittweise Kohleausstieg scheint zu verkraften zu sein. Zweitens: Der Emissionshandel  -so das Handelsblatt - scheint inzwischen ein funktionierendes Instrument zu sein, um den CO2-Ausstoß zu senken.

Natürlich darf beim Kohleausstieg nichts überstürzt werden. Noch stammt mehr als ein Viertel der Stromerzeugung aus Kohlekraftwerken. Das lässt sich nicht so leicht mit erneuerbaren Energien, die eben nicht immer verlässlich zur Verfügung stehen, kompensieren.

Offensichtlich können  jedoch Gaskraftwerke dann dauerhaft mit Kohlekraftwerken konkurrieren, wenn der CO2-Preis weiter steigt.

Der CO2-Preis hat mit knapp unter 30 Euro inzwischen schließlich ein relevantes Niveau erreicht, bei dem sogar Braunkohlekraftwerke Probleme bekommen. Das zeigt: Der Emissionshandel scheint eben doch  wie gewünscht geeignet zu sein, um den Kohleausstieg voranzutreiben. Die Zertifikate müssen eben nur ausreichend verknappt werden.

Die Haltung der Union ist bekannt: wir stehen der Einführung einer zusätzlichen CO2-Steuer kritisch gegenüber. Und wir wollen nicht, das die Verbraucher noch mehr belastet werden!