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Archiv (Termine im Wahlkreis)
13.03.2018
"...irgendwann muss AMIKO dann ohne die Politik funktionieren"

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Eckhard Gnodtke hielt Kees de Vries, ebenfalls Mitglied des Bundestages und dort im Agrarausschuss, am 8. März im vollbesetzten Saal der RinderAllianz in Bismark einen Vortrag zum Thema "Milchmengenregulierung".


Peter Schuchmann (v.l.), Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Eckhard Gnodtke, MdB, Kees de Vries, MdB und Christian Schmidt, stellvertretender Vorsitzender des Bauernverbandes Altmarkkreis Salzwedel e.V.

Hintergrund ist, dass aufgrund der gestiegenen Milchproduktion die noch im 2. Halbjahr 2017 erreichten Milchpreise von teilweise bis zu 40 Cent/Liter nicht mehr erreicht werden. Der "Bund der Milchviehhalter" (BDM) spricht bereits jetzt von einer "Krise" und hat sich mit der Anregung, auf europäischer Ebene einen sofortigen Markteingriff in Form eines Mengendisziplinprogramms vorzunehmen, an den Agrarausschuss des Bundestages sowie an die Bundes- und Landesministerien gewandt.

In seiner Begrüßung und Einführung verwies Eckhard Gnodtke darauf, dass Milchmengenreduzierungsprogramme der EU und des Bundes bereits seit 2016 angeboten, allerdings nur wenig genutzt wurden.

Die von Kees de Vries in seinem Vortrag geschilderte Lösung könnte ein  flexibles "Ablieferbares MilchKontingent" (AMIKO) sein.

Dazu müsste ein Europäischer Branchenverband gebildet werden, der feststellt, wie viel AMIKO jeder Milcherzeuger in Europa hat. Dieses wiederum müsste "handelbar" sein, um Betriebsentwicklungen zu ermöglichen. Das Ganze ginge insoweit einher mit der Einrichtung einer europäischen (Milch-)Börse.

Zum MilchKontingent des Einzelnen:

-  eine Verpachtung wäre ausgeschlossen

- nicht benutzte und nicht verkaufte AMIKO würden nach 3 Börsenterminen eingezogen (die Börse würde 6 x im Jahr handeln, um ein schnelles Reagieren zu ermöglichen)

-  AMIKO wäre nicht flächengebunden

-  eine Verrechnung wäre nicht zugelassen

- eine Überschreitung des AMIKO würde konsequent abgestraft werden, nämlich mit 100 % des Ertrags

Die Hauptschwierigkeit liegt lt. Kees de Vries darin, zunächst einmal eine Konsensbildung (auch und gerade unter den unterschiedlichen Verbänden wie z.B. Bauernverband und BDM) in Deutschland hinzugekommen. Gelänge dies, so gelte es, Überzeugungsarbeit innerhalb der EU zu leisten. Alle waren sich einig, dass dies ein langer Weg ist.

Beispiele für eine Milchmengenregulierung innerhalb der "Branche" (das sind immer Milcherzeuger und Molkereien) gibt es.

So wurde im Verlaufe der Grünen Woche der Schweizerische Branchenverband "Milch" vorgestellt; It. Frank Lenz, Milchviehhalter aus dem Bereich Bismark, hat der nur einen Fehler:  "Milchbauern haben zu wenig Einfluss"...


Eigenbericht und Bilder: Artem Sikulskyi

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